Livestreamen macht einen großen Teil der Interaktionen auf den Social-Media-Plattformen aus. Du kannst live dabei sein bei Videospiel-Sessions, Konzerten, Fitnessgurus, Workshops – bei allem, was das Herz begehrt. Willst auch du live streamen und per Livestream eine Karriere als Influencer starten, deinen eigenen YouTube-Kanal hochziehen oder einfach nur der Welt deine Kunst zeigen? Bist du auf der Suche nach Tipps und Tricks wie du einen guten Livestream aufsetzt? Suchst du Infos zu Ausrüstung und Technik?

Dann bist du hier genau richtig. Wir helfen dir weiter! Aus eigener Erfahrung können wir berichten, dass du mit deinem Smartphone und günstigem Zubehör direkt und unkompliziert deinen eigenen Livestream starten kannst. Wie? Das erfährst du jetzt. Lass uns loslegen!

Smartphone & Apps

Wir beginnen mit dem wichtigsten Tool, das du benötigst: Genau, du brauchst ein Smartphone! Wir sind uns aber schon mal ziemlich sicher, dass du zu den 99% gehörst, die eines haben.

Als zweiten Schritt musst du passende Apps fürs Livestreaming auf deinem Smartphone installieren. Egal, ob du lieber auf Facebook, Instagram, YouTube oder Twitch streamen willst: mit den Apps ist das bereits ohne größeren Aufwand möglich. Falls du sie noch nicht hast, geh zum App Store/Google Play Store und lade sie kostenlos herunter. Damit trennen dich jetzt nur noch wenige Sekunden und Schritte davon, dich auf der jeweiligen App „live und in Farbe“ der Welt zu zeigen. Das Gute dabei: Diese Dienste sind kostenlos.

Professioneller wird es mit Apps wie z.B. „Switcher“ für iOS, hier kannst du eine Art Show erstellen und steuern. Es lassen sich damit mehrere Smartphones integrieren sowie Texte und Logos einblenden.

Speziell für Mac OS gibt es die App „ECamm Live“, ein professionelles Tool für deine Live Show, bei dem auch dein iPhone oder dein iPad problemlos als Kamera genutzt werden kann. Bei beiden Apps bist du in der Lage, auf verschiedensten Plattformen deinen Content live zu streamen. Sowohl „Switcher“ als auch „ECamm Live“ werden gemietet und monatlich bezahlt. First things first: Die Anforderungen

Alles im Griff beim Livestream

Potentielle Ärger-Faktoren für deinen Livestream sind:

  • Schlechter Ton
  • Unterbrechungen
  • Wackeliges Bild
  • Bildmotiv/Personen sind kaum erkennbar/sichtbar
  • Fehlende Informationen zum Stream

Die Reihenfolge entspricht ziemlich genau den Prioritäten: Am Wichtigsten ist es, dass man sprechende Personen im Video versteht. Wer sich bei einem Video anstrengen muss, um zu hören, was da gerade gesagt wird, ist meist schnell wieder weg. Wie du den Ton in den Griff bekommst und weitere wichtige Punkte haben wir für dich zusammengestellt, damit die Motivation und der Spaß nicht auf der Strecke bleiben.

Mikrofone

Der absolut wichtigste und meist unterschätzte Faktor an deinem Livestream oder Video ist der Ton. Mach dich unbedingt mit der Bedienung, vor deinem ersten Livestream, vertraut! Je nachdem, aus welcher Richtung der Ton kommt, musst du dein Mikrofon einsetzen und ausrichten.

Du bist also Moderator oder hast was zu erzählen? Dann stecke dir am besten ein kleines Mikrofon an die Kleidung und verbinde es mit einem Kabel mit deinem Smartphone.  Einfache Universalversionen, wie z.B. das Boya M1, gibt es schon für ungefähr 20 Euro. Wir haben es getestet und waren mit dem Ergebnis total zufrieden. Optional gibt es die Variante mit kabelloser Funkstrecke. Das ist komfortabel, aber natürlich auch eine Fehlerquelle mehr. Und darum empfehlen wir zum Anfang: Keep it simple.

Zeigst du eine Veranstaltung oder ein Konzert, dann stecke das Mikrofone direkt am Smartphone ein und richte es nach der Tonquelle aus, die Du aufnehmen willst. Das Boya DM200 hat sich hier bewährt. Dieses Mikrofon gibt es passend für iOS wie auch für Android Smartphones.

Als Musiker, Sänger oder DJs nutzt du am besten einen digitalen Vorverstärker oder Mixer um den Ton aus deinem Mikrofon, Musikinstrument oder Mischpult in dein Smartphone einzuspielen. Dies ist etwas zu umfangreich, um hier im Detail darauf einzugehen.

Licht & Stative

Licht ist der Schlüssel zu besserer Bildqualität und erzeugt die passende Stimmung für deinen Livestream. Suche dir ein Fenster oder einen hellen Platz. Nimm deine Fans mit in die Welt, die du zeigen willst: Zeig in deinem Hintergrund und deiner Szene, wo du bist und wer du bist. Achte darauf, dass sich das Licht während deines Livestreams nicht zu stark verändert. Hast du kein Tageslicht ist eine zusätzliche Lichtquelle von großem Vorteil. Ein weißes Hauptlicht kann zum Beispiel direkt auf dich/den Performer/Moderator gerichtet sein, während andere Lichtquellen wie Kerzen, Tischlampen und warme LED-Lampen die Szene in die passende Stimmung versetzen. Günstige, akkubetriebene LED-Lampen wie die LED Akkuleuchte VL-1 sind in unserem Online-Shop erhältlich.

Du brauchst außerdem ein Dreibein-Stativ für dein Smartphone, wie z.B. das SnapTools K-P 1 Pro Stativ oder das Stativset „Stream“. Möglich wäre auch, dein Smartphone mit der Snaptools Klemme an einem Regal oder Mikrofonständer zu fixieren. So bekommst du Ruhe in dein Bild und hast die Hände frei. Richte das Bild gerade aus: Ein schiefer Horizont sieht immer umprofessionell aus. Für das Filmen „on the go“, also du filmst eine Situation, empfehlen wir das Smartphone mitsamt dem Stativ oder einen Gimbal zu verwenden der deine Bewegung ausgleicht. Auch ist ein simples Rig eine tolle Hilfe.

Kabel, Adapter, Akku, Notfallmaterial

Im Prinzip ist es nicht schwer, live zu gehen. Mit entsprechender Vorbereitung und Kenntnis eröffnen sich dir tolle Möglichkeiten, um deine Social Media Präsenz voranzutreiben. Livestreamen ist einfach ein tolles Marketing-Tool, um mit Deiner Zielgruppe in Verbindung zu bleiben. Momentan erfreut sich das Livestreamen zunehmender Beliebtheit. Das heißt, die Qualität des Streamens wird immer mehr zunehmen, je mehr gestreamt wird. Die Moderatoren und Speaker werden immer besser, die Technik wird immer durchschaubarer und auch sicherer in der Anwendung. Um ordentlich Reichweite zu bekommen und die Zahl deiner Follower in die Höhe zu treiben, solltest du die Technik beherrschen. Dann kannst du dich auf das wirklich wichtige konzentrieren, nämlich den Inhalt deines Livestreams. Also immer schön im Vorfeld prüfen: passen alle Adapter, hast du eine Powerbank dabei, passt die Halterung für dein Smartphone, stimmt das Licht, der Bildausschnitt, ist alles aufgeladen, hast du Netz etc.

Tipps

Mach Werbung für deinen Livestream! Erzähle Freunden, Bekannten, Kollegen und überhaupt deiner gesamten Community, dass du live gehst! Teile einen entsprechenden Post auf deinen Kanälen: Kündige an, wann und mit welchem Thema. Mach Appetit auf das, was du servieren willst und garniere mit einer tollen Grafik, einem coolen Bild oder kurzen Videohinweis. Auf Insta Stories kannst du außerdem den Countdown-Reminder einbinden. Klar ist, je mehr Zuschauer du für deinen Livestream gewinnst, desto mehr Reaktionen wirst du bekommen und desto motivierter wirst du sein, deine Fans mit weiteren Beiträgen zu begeistern.

Performe in die Kamera

Vergiss nicht, dass du vor einem Publikum performst. Sieh deine Zuschauer an, während du zu ihnen sprichst. Das bedeutet für dich, dass du in die Linse deines Smartphones schauen und reden musst, wenn du deine Fans erreichen und mit ihnen interagieren willst. Schau nicht weg, denn das kommt nicht gut an.

Achte aufs Urheberrecht

Du verwendest Bilder, Grafiken oder Musik in deinem Livestream? Kläre vorab, was du verwenden darfst. Auf YouTube ist es ziemlich einfach, die Ansprüche zu akzeptieren und weiterzumachen. Aber auf Facebook und Instagram kann es dir passieren, dass dein Video teilweise (oder komplett) gemuted (ausgeblendet) wird.

Länge

Was immer du streamen willst, achte darauf, die Länge deines Stream entsprechend der Erwartungen und Aufmerksamkeitsspanne deines Publikums auszurichten. Ein 3-Stunden-Livestream macht nicht wirklich Sinn, ein 3-Minuten-Stream aber auch nicht. Mach unbedingt einen Probelauf, bevor du auf Sendung gehst. Stoppe die Zeit, die du brauchst, um dein Set oder deine Show informativ und unterhaltsam zu übermitteln. Optimiere und straffe, wo immer du kannst.

Dialog

Interagiere mit deinem Publikum und tritt mit ihm während deines Livestream in den Dialog. Sprich es direkt an, lese Kommentare und beantworte Fragen in Echtzeit: Das gibt deinem Zuschauer das Gefühl, wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein. Belohne sie dafür, dass sie sich die Zeit nehmen, dir zuzuschauen, bei dem, was du so treibst. Wir empfehlen dir, ein zweites Gerät (Tablet, weiteres Smartphone, Laptop) parallel am Start zu haben, auf dem du ebenfalls die Kommentare zu deinem Livestream verfolgen kannst, falls du den Bildschirm des aufnehmenden Geräts, z.B. deines Smartphones, nicht siehst.

Live ist und bleibt live

„Wir können das ja aufzeichnen und als ‚live‘ auf die Kanäle ausgeben“. Das ist technisch zwar problemlos möglich, wir raten dir jedoch dringend von einem gefakten Livestream ab. Es ist ein Spiel mit dem Feuer: wenn deine Community merkt, dass du nicht live streamst, ist es mit deiner Glaubwürdigkeit vorbei und ein heftiger Shitstorm und Verlust von Fans ist dir sicher. Sie merken den feinen Unterschied: Personen wirken in der Regel live authentischer als in der Konserve. Liveübertragungen werden oft als sympathischer und glaubwürdiger empfunden als fertig vorproduzierte Videos. Nutzer haben zudem oft ein persönliches Interesse an dem, was gezeigt wird. Das Gefühl des Mit-dabei-Seins, wenn das Produkt/die Person XY zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vorgestellt wird, ist dann entscheidend.

Auch wenn du ein Perfektionist bist: Riskiere lieber die kleinen Unzulänglichkeiten, die während eines Livestreams passieren. Das macht dich menschlich und nahbar. Perfektes Livestreamen heißt, grundsätzlich an sich und der Technik zu arbeiten und immer wieder anzupassen und zu optimieren. Du schaffst das!

Wer es also noch nicht ausprobiert hat: nur Mut! Eine Liveübertragung ist ein spannendes und bereicherndes Instrument in deiner Kommunikation.